Vereinter Schützenbund Lingen e.V.

Das Maklauenschießen

Eine Anekdote aus der VSB Historie

Ort: Gaststätte Hummeldorf an der Waldstraße, um das Jahr 1950

Man nannte die Umgebung zu der Zeit auch Klein Tirol. An der Theke dieser Gaststätte sitzen der Inhaber Heinz Hummeldorf, sowie sein Freund Rudolf Timmer, bei einem kühlen Glas Bier und Korn.
Es wird eine heftige Debatte darüber geführt, welche Farbe wohl eine Maklaue hat. Maklaue ist die plattdeutsche Bezeichnung für einen Eichelhäher. Ist sie nun blau/schwarz oder schwarz/blau? Da sich die beiden Protagonisten nicht einig werden, wer denn wohl recht hat, beschließt man das Schicksal entscheiden zu lassen.
Der Wirt geht nach hinten und holt sein Luftgewehr aus dem Schrank. Im Garten der Gaststätte stehen genug Bäume, die als Ziel herhalten können. Man schreitet eine Entfernung von zehn Metern ab, heftet einen Bierdeckel an den Baum und geht die zehn Meter zurück.
Nun wird, wie damals üblich, stehend und freihändig auf den Bierdeckel geschossen. Leider ist nicht überliefert wer gewonnen hat. Somit bleibt die Frage offen, welche Farbe dieser Vogel nun hat.
In den Jahren darauf wurde auf Anregung von Heinz Hummeldorf jährlich ein Maklauenkönig ausgeschossen.
Als sich im Laufe der Jahre die Bebauung um die Gaststätte Hummeldorf änderte, wechselte man die Örtlichkeit, und das Schießen wurde im Hinterhof der Gaststätte Weltring durchgeführt.
Nachdem die Gaststätte Weltring ihre Türen endgültig schloss, wich man auf den Schießstand an der Wilhelmshöhe aus.

Vielen Dank an dieser Stelle an Mario Timmer, der diese Anekdote zu Papier brachte. Der oben erwähnte Rudolf Timmer ist Marios Großvater, und war viele Jahre im VSB als Schießwart aktiv. So schließt sich bei Mario der Kreis. Bekannt war Rudolf Timmer übrigens als Maklauenrudi.

Noch immer findet jährlich das Maklauenschießen statt. Der Sieger darf sich Maklauenkönig  nennen.

2024 T. Küterlucks
2022 J. Wessling
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2019 M. Mielke